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Fertighaus oder Massivhaus bauen?

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Fertighaus bauen

Bei Fertighäusern bestehen die Wände, aus in einem Werk vorgefertigten Holgerüsten. Man spricht hier von Holzrahmen- oder Holzständerelementen. Der Wandaufbau besteht genau genommen aus Holzwerkstoffplatten, Gipskartonelementen, eingebundenen Folien, Putz und Dämmstoffen aus Mineralfaser oder Hartschaum.

Fertighauswände weisen in der Regel eine Gesamtwandstärke von 20 bis 36 cm aus. Die Außenwand besteht aus ca. 5 cm Massivholzbohlen, die das Haus direkt vor Umwelteinflüssen schützen soll. Eine Folie als Dampfbremse sichert das Haus vor Feuchtigkeit und dient als Windschutz. Die eigentliche Holzkonstruktion besteht aus ca. 14 cm, gefolgt von 12 cm Mineralwolldämmung und einer weiteren Dampfbremse (Folie). Als Abschluss zur Wohnseite dienen wiederum ca. 5 cm Massivholzbohlen als Innenwand. Die Fertighausanbieter liefern teilweise unterschiedliche Wandkonstruktionen, die es genau zu prüfen gilt.

Fertighaus

Man sollte sich genau mit der Wandkonstruktion einzelner Fertighausanbieter auseinandersetzen. Um mehr über die eingesetzten Materialien, die physikalischen Messwerte bei Wärmedämmung, Schalldämmung und Schutz vor Feuchtigkeit in Erfahrung zu bringen.

Fertighausanbieter werben oft damit, dass ein Fertighaus viel schneller fertig gestellt werden kann, als ein Massivhaus. Zu bedenken ist aber, dass das Aufmass für die Produktion erst bei Fertigstellung der Bodenplatte vorgenommen wird. Das heißt, dass zwischen Aufmass und der Fortführung des Baus noch mal 12 Wochen vergehen können und der Bau so lange still steht. Werden dann die Fertighauselemente geliefert, kann dann sehr zügig weitergebaut und das Traumhaus fertig gestellt werden. Ingesamt kann aber von der Planung bis zum Einzug, genauso viel Zeit vergehen, wie bei einem Massivhausbau.

Vorteile Fertighaus:

  • normalerweise kürzere Bauzeit
  • eventuell weniger Bereitstellungszinsen für einen Kredit
  • teilweise sehr gute Wärmedämmwerte
  • 2-3% mehr Wohnraum, durch schmaleren Wandaufbau

Nachteile Fertighaus:

  • schlechteren Ruf bei Wiederverkauf
  • allgemein schlechterer Schallschutz
  • niedrigere Wertbeständigkeit
  • geschätzte Lebensdauer bei ca. 30 Jahren
  • weniger Flexibilität bei der Hauskonstruktion
  • bei Finanzierungsgesprächen mit Banken werden Fertighäuser oft schlechter bewertet
  • während der Bauphase können schwer Änderungen vorgenommen werden
  • ein qualitativ hochwertiges Fertighaus kann hohe Investitionskosten nach sich ziehen

Massivhaus bauen

In der Vergangenheit wurden viele Häuser mit einem Sichtmauerwerk ohne Dämmung gebaut. Aufgrund der Energieeinsparverordnung (EnEV), die seit 2007 immer stärker verschärft wurde, ist es kaum mehr möglich, ein Sichtmauerwerk ohne Wärmedämmung zu bauen. Massivhäuser unterscheiden sich heutzutage in der Bauweise grundsätzlich in einschalige und zweischalige Mauerwerks- konstruktionen.

Massivhaus Bauleitung

Bei dem einschaligen Mauerwerk wird mit Porensteine (Porenbeton), Porotonsteinen oder Blähtonsteinen gearbeitet. Sandkalksteine sind in den letzten Jahren wegen der schlechteren Wärmedämmeigenschaften immer weniger verbaut worden. Ton, Leichtbeton oder Gasbeton sind frostbeständige Steinarten in denen Luftbläschen bzw. Luftkammern eingeschlossen sind. Diese eingebundene Luft sorgt für bessere Wärmedämmwerte. Auf das Außenmauerwerk wird eine Wärmedämmschicht, das sogenannte Wärmeverbundsystem (WDVS) befestigt. Dieses Verbundsystem besteht aus Mineralfasern, Styropor oder Polystyrol (Styrodur), auf das dann ein Armierungsputz zur Stärkung und ein Oberputz als Witterungsschutz aufgetragen wird.

Beim zweischaligen Mauerwerk wird zusätzlich eine zweite Mauer als Verblendmauerwerk gemauert. Das innere Mauerwerk übernimmt die statische Funktion, den Schall- und Wärmeschutz. Das Außenmauerwerk ist dann das Sichtmauerwerk, dass sehr individuell gestaltet werden kann, da es nur noch den Witterungsschutz übernimmt. Man unterscheidet drei Bauweisen: Doppel-Mauerwerk mit Luftschicht, D-Mauerwerk mit Luftschicht und Wärmedämmung und D-Mauerwerk mit Wärmedämmung ohne Luftschicht.

Vorteile Massivhaus:

  • höherer Schallschutz
  • Höhere Wertbeständigkeit
  • Geschätzte Lebensdauer durchschnittlich 80 Jahre
  • Mehr Spielraum bei der Hauskonstruktion
  • während der Bauphase können kurzfristig Änderungen vorgenommen werden

Nachteile Massivhaus:

  • benötigt Trocknungsphase während der Bauzeit, damit Schimmelbildung verhindert wird
  • insgesamt längere Bauzeit
  • Haus ist erst nach ca. 2-3 Jahren komplett getrocknet, dadurch etwas mehr Heizkosten
  • 2-3% weniger Wohnraum durch breiteren Wandaufbau

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Fazit

Jede Hausart hat seine Vor- und Nachteile. Ein angehender Bauherr muss selber abwägen, was für ihn wichtiger ist. Wer die Prioritäten bei Schallschutz und Wertbeständigkeit festlegt, für den kommt wohl eher ein Massivhaus in Frage. Bei besonders guten Dämmeigenschaften, sind die Fertighäuser aufgrund der Konstruktion wieder im Vorteil. Im allgemeinen entscheiden sich mehr Bauherren für Massivhäuser was anhand der Verkaufszahlen zu belegen ist. Von 10 verkauften Häusern sind ca. 8 Massivhäuser und 2 nur Fertighäuser.

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